WMS System: wann ein automatisiertes Lager sinnvoll ist
Wer im deutschsprachigen Raum nach einem WMS System sucht, landet schnell bei Hochregallagern, Förderbändern und Regalbediengeräten. Das ist kein Zufall. Ein WMS System (Warehouse Management System) meint in der deutschen Intralogistik meist die oberste Stufe: ein System, das nicht nur Menschen, sondern Maschinen steuert.
Viele mittelständische Unternehmen, die nach einem WMS suchen, brauchen aber etwas anderes. Sie wollen weg von Papier und Excel, sie wollen scannen statt zählen, und sie wollen wissen, was wo liegt. Dafür gibt es das Lagerverwaltungssystem.
Diese Seite erklärt den Unterschied und hilft Ihnen zu entscheiden, welche Stufe Sie brauchen. Sie ist für Geschäftsführer und Logistikverantwortliche, die vor einer Systemauswahl stehen.
Drei Stufen der Lagerverwaltung
In der Praxis unterscheidet man drei Stufen. Mehr dazu auf unserer Seite zur Lagerverwaltung.
Stufe 1: manuell. Bestände in Excel oder auf Papier, Picklisten ausgedruckt, Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter. Das geht, solange das Lager klein und das Team eingespielt ist.
Stufe 2: Lagerverwaltungssystem. Jeder Artikel und jeder Lagerplatz hat einen Barcode. Mitarbeiter arbeiten mit Scannern, das System sagt ihnen, was zu tun ist, und bucht jede Bewegung sofort. Der Bestand ist jederzeit aktuell. Das Lager selbst bleibt, wie es ist: Regale, Stapler, Menschen.
Stufe 3: WMS mit Automatisierung. Hier steuert das System auch die Technik: Fördertechnik bringt Behälter zum Packplatz, Regalbediengeräte lagern Paletten im Hochregal ein und aus, Sortieranlagen verteilen Pakete auf Touren. Das WMS entscheidet, welcher Behälter wann wohin fährt, und spricht mit der Steuerung der Anlagen. Typisch ist das für große Logistikzentren mit sehr hohem, gleichmäßigem Durchsatz.
Wichtig: Stufe 2 und Stufe 3 sind nicht dasselbe unter zwei Namen. Ein WMS im engeren Sinn umfasst die Lagerverwaltung, aber nicht jedes Lagerverwaltungssystem ist ein WMS.
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WMS System im Logistikzentrum: Lagersteuerung für Hochregallager und Fördertechnik
In einem automatisierten Lager übernimmt das WMS, oft zusammen mit einem Materialflussrechner, die Lagersteuerung:
- Es vergibt Lagerplätze im automatischen Lager nach Regeln wie Gewicht, Umschlag oder Brandschutzzonen.
- Es schickt Fahraufträge an Regalbediengeräte und Shuttles.
- Es lenkt Behälter über die Fördertechnik zu den richtigen Arbeitsplätzen.
- Es gleicht Störungen aus, wenn eine Anlage steht, und plant Wege um.
- Es bucht die Bestände, wie es auch ein Lagerverwaltungssystem tut.
Eine Hochregallager Software in diesem Sinn ist immer Teil eines größeren Projekts mit Anlagenbau, Steuerungstechnik und Inbetriebnahme. Die Software wird mit der Anlage geplant, nicht danach gekauft.
Wann sich ein automatisiertes Lager lohnt
Ein automatisiertes Lager rechnet sich, wenn mehrere Dinge zusammenkommen:
- sehr hoher und über das Jahr gleichmäßiger Durchsatz
- knapper oder teurer Platz, der in die Höhe gebaut werden muss
- Arbeit, die sich gut standardisieren lässt: gleiche Behälter, gleiche Paletten
- ein Planungshorizont, der die Investition trägt
Wer stark schwankende Saisons hat, viele unterschiedliche Artikelformen lagert oder in den nächsten Jahren umziehen will, ist mit einer flexiblen Lösung oft besser bedient. Mehr Grundlagen finden Sie unter Lagerautomatisierung.
Warum vielen Mittelständlern ein Lagerverwaltungssystem reicht
Für die meisten mittelständischen Lager liegt der größte Hebel nicht in der Maschine, sondern im Ablauf. Wenn Mitarbeiter Ware suchen, Fehler erst beim Kunden auffallen und der Bestand nur nach der Inventur stimmt, löst ein Förderband das nicht. Ein Lagerverwaltungssystem schon.
Typische Signale, dass Sie Stufe 2 brauchen, nicht Stufe 3:
- Ihre Mitarbeiter verbringen viel Zeit mit Suchen.
- Kommissionierfehler kommen immer wieder vor.
- Neue Mitarbeiter brauchen lange, bis sie selbstständig arbeiten.
- Der Bestand im System stimmt nicht mit dem Regal überein.
- Sie verkaufen über mehrere Kanäle und gleichen von Hand ab.
WMS Anbieter prüfen: konfigurieren statt programmieren
Ob Stufe 2 oder Stufe 3: Fragen Sie jeden Anbieter, wie das System an Ihre Abläufe angepasst wird. Wird es eingestellt, also über Regeln, Felder und Abläufe, die Sie selbst ändern können? Oder wird für Ihr Lager programmiert? Programmierte Anpassungen sind teurer, langsamer zu ändern und machen spätere Updates schwieriger. Mehr dazu unter Lagerverwaltungssystem auswählen.
Wo BizBloqs steht
BizBloqs ist ein Lagerverwaltungssystem für Stufe 2: für Lager, in denen Menschen mit Scanner und Barcode arbeiten. Fördertechnik, Regalbediengeräte und Sortieranlagen steuert BizBloqs nicht. Wenn Sie heute mit Papier oder Excel arbeiten, ist das der nächste sinnvolle Schritt. Sehen Sie sich die Lagersoftware an.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
Liegt Ihr größtes Problem heute bei der Geschwindigkeit der Wege oder bei der Genauigkeit der Arbeit?
Würde ein Förderband in Ihrem Lager etwas verbessern, wenn der Bestand im System nicht stimmt?
- Was ist ein WMS System?
- Im deutschen Sprachgebrauch meist ein System, das ein automatisiertes Lager steuert: Fördertechnik, Regalbediengeräte, Shuttles und Sortieranlagen. Es entscheidet, welcher Behälter wann wohin fährt, und arbeitet eng mit der Steuerung der Anlagen zusammen.
- Was bedeutet WMS?
- WMS steht für Warehouse Management System. Im deutschen Sprachgebrauch meint es meist die Steuerung eines automatisierten Lagers.
- Was ist der Unterschied zwischen WMS und LVS (Lagerverwaltungssystem)?
- Ein Lagerverwaltungssystem führt Menschen: Mitarbeiter arbeiten mit Scannern, das System sagt, was zu tun ist, und bucht jede Bewegung. Ein WMS im engeren Sinn steuert zusätzlich Maschinen. Das sind zwei verschiedene Stufen, nicht zwei Namen für dasselbe.
- Brauche ich für ein Hochregallager ein WMS?
- Wenn das Hochregallager mit Regalbediengeräten automatisch bedient wird, ja: Die Geräte brauchen eine Steuerung. Ein Hochregal, das mit Staplern bedient wird, lässt sich gut mit einem Lagerverwaltungssystem führen.
- Ist BizBloqs ein WMS?
- BizBloqs ist ein Lagerverwaltungssystem für Lager, in denen Menschen mit Scanner und Barcode arbeiten. Fördertechnik und Regalbediengeräte steuert BizBloqs nicht.