Lagerhaltung messbar machen
Lagerhaltung heißt, Waren vorzuhalten, bis sie gebraucht werden: Handelsware für den Verkauf, Material für die Produktion, Teile für den Service. Wer ein eigenes Lager mit eigenen Leuten betreibt, kennt die Fragen, die dabei offen bleiben. Wie viele Fehler gehen raus, bevor ein Kunde sich beschwert? Wie lange dauert ein Auftrag? Welcher Lagerplatz ist frei? Und warum braucht die Inventur jedes Jahr ein ganzes Wochenende?
Diese Seite ist für Unternehmen, die ihr Lager selbst betreiben, mit eigenem Bestand, eigenem Standort und eigenem Team. Die Grundlagen finden Sie auf der Seite zum Lagerverwaltungssystem.
Typische Probleme in der Lagerhaltung
- Kommissionierfehler fallen erst beim Kunden auf.
- Die Jahresinventur legt den Betrieb lahm.
- Wege sind länger als nötig. Schnelldreher liegen weit weg vom Versand.
- Keiner weiß, welche Plätze frei sind. Neue Ware landet, wo gerade Platz ist.
- Leistung ist nicht messbar. Ob ein Tag gut oder schlecht war, ist Gefühlssache.
Wie ein Lagerverwaltungssystem die Lagerhaltung messbar macht
Jeder Schritt gescannt. Lagerplatz, Artikel und Menge werden bei jeder Entnahme bestätigt. Fehler fallen am Regal auf.
Laufend zählen statt einmal im Jahr. Mit der zyklischen Inventur werden jede Woche einige Plätze gezählt, die Schnelldreher öfter. Der Betrieb läuft weiter, und Abweichungen fallen auf, solange man die Ursache noch finden kann.
Feste Plätze, kurze Wege. Jeder Lagerplatz hat eine Adresse, und bei der Einlagerung zeigt der Scanner, wohin die Ware gehört. Welche Artikel auf welche Plätze gehören, damit die Wege kurz bleiben: Slotting und Golden Zone.
Mehrere Gebäude, ein Bestand. Ob Halle 1, Halle 2 oder ein Außenlager: Der Bestand wird über alle Standorte geführt.
ABC-Analyse: Schnelldreher nah an den Versand
Mit der ABC-Analyse teilen Sie Artikel nach Umschlag ein: A-Artikel bewegen sich oft, C-Artikel selten. A-Artikel gehören nah an den Versand und in die Golden Zone, C-Artikel nach hinten. So werden die Wege kürzer, und an der Kommissionierleistung sehen Sie, ob es wirkt.
Kommissionierleistung und andere Kennzahlen
Sobald jede Bewegung gescannt wird, entstehen Kennzahlen nebenbei:
Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.
- Kommissionierleistung: Positionen oder Aufträge je Mitarbeiter und Stunde, getrennt nach Zone oder Auftragsart.
- Fehlerquote: Wie oft wurde etwas Falsches gescannt und korrigiert?
- Bestandsgenauigkeit: Wie oft stimmt das System mit dem Regal überein?
- Offene Aufträge: Was ist noch zu tun, und wo?
Mit Dashboards und eigenen Berichten sehen Sie diese Zahlen täglich, nicht erst am Monatsende. Mehr Kennzahlen: Glossar: Kennzahlen und KPIs.
Ein Hinweis zur Mitbestimmung: Wenn Sie Leistungsdaten je Mitarbeiter auswerten, sprechen Sie vorher mit Ihrem Betriebsrat, sofern es einen gibt.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
Wie viele Positionen kommissioniert Ihr Team an einem normalen Tag, und woher wissen Sie das?
Wie viele Tage im Jahr ist Ihr Lager wegen der Inventur ganz oder teilweise geschlossen?
- Was ist Lagerhaltung?
- Lagerhaltung ist das Vorhalten von Waren, bis sie gebraucht werden: Rohstoffe für die Produktion, Handelsware für den Verkauf, Ersatzteile für den Service. Dazu gehören die Entscheidung, wie viel man lagert, und die tägliche Arbeit im Lager vom Wareneingang bis zum Versand.
- Wie messe ich die Kommissionierleistung?
- Zum Beispiel als Positionen oder Aufträge je Mitarbeiter und Stunde, getrennt nach Zone oder Auftragsart. Voraussetzung ist, dass jede Entnahme gescannt wird; dann entstehen die Zahlen nebenbei.
- Brauche ich dann noch die Jahresinventur?
- Die Inventur bleibt Pflicht. Mit laufender, zyklischer Inventur verteilen Sie die Arbeit aber über das Jahr. Ob das für Ihre Stichtagsinventur reicht, klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
- Welche Aufgaben hat die Lagerhaltung?
- Ware annehmen und prüfen, einlagern, bereitstellen, kommissionieren und versenden, Bestände zählen. Je nach Betrieb geschieht das in einem zentralen Lager oder an mehreren Standorten, etwa in einer zweiten Halle oder einem Außenlager.
- Was ist bei der Lagerhaltung zu beachten?
- Feste Lagerplätze mit Adresse, jede Bewegung gescannt, laufende Inventur und eine messbare Kommissionierleistung. Dann fallen Fehler am Regal auf und nicht erst beim Kunden.
- Wie kann ich meine Lagerhaltung optimieren?
- Zuerst messen: Kommissionierleistung, Fehlerquote und Bestandsgenauigkeit. Dann Schnelldreher nah an den Versand legen und laufend zählen statt einmal im Jahr.