Willem ten Asbroek, CEO von BizBloqs · 25. September 2024
Das vierte Quartal ist für Onlinehandel und stationären Handel die wichtigste Zeit des Jahres. Weihnachtsgeschäft und Jahresendverkäufe treiben die Auftragszahlen nach oben und setzen Lager und Versand unter Druck. Wer schlecht vorbereitet ist, riskiert leere Regale, verspätete Pakete und einen beschädigten Ruf. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Ihre Logistik für die Peak Season aufstellen.
Was das Weihnachtsgeschäft vom Lager verlangt
Black Friday, Cyber Week, Adventszeit, Weihnachten und danach der Umtausch: In wenigen Wochen kommen mehr Aufträge herein als sonst in Monaten. Für KMU und wachsende Unternehmen der Größe KMU+ trifft das alle Bereiche gleichzeitig: Einkauf, Lager, Personal und Versand. Besonders in der E-Commerce Logistik zählt jeder Tag, denn Kunden erwarten ihr Paket vor Heiligabend.
Vier Themen entscheiden, ob Sie gut durch das Weihnachtsgeschäft kommen: eine realistische Prognose, der richtige Bestand, genug Lagerkapazität und Personal und ein Versand, der auch in der Spitze funktioniert.
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Die Nachfrage realistisch einschätzen
Ausgangspunkt sind die Zahlen der letzten Weihnachtssaisons: Wie viele Aufträge kamen wann herein, welche Artikel liefen, wann war die Spitze? Diese Daten allein reichen aber nicht. Markttrends, die wirtschaftliche Lage und das veränderte Kaufverhalten verschieben die Nachfrage. Seit der Pandemie kaufen deutlich mehr Menschen online ein, und das wirkt sich auf das Volumen im Onlineshop aus.
Wer Vergangenheitswerte mit aktuellen Verkaufsdaten verbindet und laufend auswertet, erhält ein genaueres Bild der erwarteten Nachfrage und kann Bestand und Personal früher planen.
Bestand: genug für die Spitze, nicht zu viel für den Januar
Fehlt Ware, ist der Umsatz weg, oft an einen Wettbewerber auf Amazon.de oder Otto. Liegt zu viel Ware im Lager, steigen die Lagerhaltungskosten und Kapital bleibt gebunden. Das Ziel ist ein Bestand, der zur Prognose passt, und ein Nachschub, der rechtzeitig kommt.
Ein Lagerverwaltungssystem zeigt den Bestand in Echtzeit, Platz für Platz, und stößt den Nachschub automatisch an, wenn ein Artikel knapp wird. Die Auftragsmanagement Software gleicht die Aufträge aus allen Verkaufskanälen ab und aktualisiert den Bestand sofort, auch über die Anbindung an Marktplätze. Dort legen Sie auch die Verfügbarkeit je Verkaufskanal und einen Sicherheitsbestand je Kanal fest. So verkaufen Sie im Weihnachtsgeschäft keine Ware, die nicht mehr da ist.
Lagerkapazität und Saisonkräfte
Mehr Aufträge brauchen mehr Fläche und mehr Hände.
Lagerkapazität. Reicht die eigene Fläche nicht, kann ein Lagerdienstleister zusätzliche Kapazität für die Saison stellen. Sie zahlen für das, was Sie in der Spitze brauchen, und investieren nicht dauerhaft in Fläche, die im Februar leer steht.
Saisonkräfte. Für die Peak Season stellen viele Händler Aushilfen ein oder schulen eigene Mitarbeiter so, dass sie in mehreren Bereichen einspringen können, etwa im Wareneingang und in der Kommissionierung. Entscheidend ist, wie schnell neue Leute produktiv werden. Wenn das MDE-Gerät jeden Schritt vorgibt und den richtigen Lagerplatz anzeigt, muss eine Aushilfe das Lager nicht auswendig kennen. Zusätzlich hilft eine Personaleinsatzplanung, die zeigt, wo gerade wie viele Mitarbeiter gebraucht werden.
Versand: mehrere Versanddienstleister, klare Routen
In der Peak Season arbeiten alle Versanddienstleister an der Grenze. Wer nur mit einem Partner verschickt, hängt von dessen Kapazität ab. Verteilen Sie das Volumen auf mehrere Versanddienstleister wie DHL, Hermes, DPD oder GLS, dann verringert ein Engpass bei einem Partner nicht den ganzen Versand. Über Sendcloud lassen sich mehrere Versanddienstleister an einer Stelle anbinden.
Wer selbst ausliefert, spart mit einer Tourenplanung Software Strecke und Zeit. Und Kunden wollen in dieser Zeit wissen, wo ihr Geschenk ist: Eine Sendungsverfolgung, die automatisch Statusmeldungen verschickt, entlastet den Kundenservice.
Technik, die mit dem Volumen wächst
Arbeiten Lagerverwaltung, Auftragsabwicklung und Transportplanung zusammen, laufen viele Schritte automatisch, die sonst von Hand erledigt werden. Für die Transportseite gibt es eigene TMS Software, die mit dem Lager verbunden wird. Über die ERP-Schnittstelle bleiben auch Rechnungen und Buchhaltung auf dem gleichen Stand.
Das Ergebnis: Sie sehen die gesamte Lieferkette vom Auftrag bis zur Zustellung, entscheiden mit aktuellen Zahlen und haben weniger Handarbeit und weniger Fehler, gerade dann, wenn es am meisten zählt.
Ein Notfallplan für Q4
Auch die beste Planung schützt nicht vor Überraschungen: ein Lieferant fällt aus, ein Versanddienstleister nimmt keine Pakete mehr an, ein Sturm legt die Zustellung lahm. Legen Sie deshalb vor der Saison fest:
- Ersatzlieferanten für die wichtigsten Artikel
- Alternative Versandwege, falls ein Dienstleister ausfällt
- Klare Kommunikation: wer entscheidet, wer Kunden informiert und auf welchem Weg
Gut vorbereitet durch die Peak Season
Das Weihnachtsgeschäft ist die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Wer die Nachfrage realistisch einschätzt, den Bestand im Griff hat, Lagerkapazität und Saisonkräfte früh plant und die richtige Technik nutzt, kann seine Logistik mit dem Volumen wachsen lassen, statt von ihm überrollt zu werden.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Weihnachtsgeschäft
- Wie lange braucht eine neue Aushilfe bei Ihnen, bis sie ohne Hilfe richtig kommissioniert?
- Was passiert mit Ihrem Versand, wenn Ihr wichtigster Versanddienstleister im Dezember zwei Tage lang keine Pakete abholt?
Was Fehler und Handarbeit in der Spitze kosten, können Sie mit dem ROI-Rechner anhand Ihrer eigenen Auftragszahlen abschätzen.
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