Willem ten Asbroek, CEO von BizBloqs · 15. Oktober 2025
Heute ruhig, morgen eine Flut von Aufträgen, und zwei Mitarbeiter sind krank. Lager stehen unter Druck: schwankende Mengen, zu wenig Personal, steigende Kosten. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Lagerverwaltung in der Cloud Ihnen den Bestand in Echtzeit zeigt, Abläufe vereinheitlicht und mitwächst, wenn es eng wird.
Was eine Lagerverwaltung in der Cloud ist
Ein Lagerverwaltungssystem sagt Ihnen, welcher Artikel wo liegt, wie viel davon da ist und was als Nächstes gepickt werden muss. Läuft es in der Cloud, steht kein Server in Ihrem Keller. Das System läuft in einem gesicherten Rechenzentrum, Updates kommen automatisch, und Ihre Mitarbeiter arbeiten im Browser oder auf dem MDE-Gerät. Deshalb spricht man auch von Lagerverwaltung online. Für die Frage, was das System im Lager leistet, macht das keinen Unterschied. Für die Frage, wie schnell Sie wachsen oder ein zweites Lager anbinden können, einen großen.
Fünf Probleme, die eine Cloud-Lagerverwaltung löst
Schwankende Nachfrage und viele Kanäle
Aufträge kommen aus dem eigenen Shop, von Amazon.de, Otto oder Kaufland und aus dem Großhandel. Ohne ein gemeinsames System springen Mitarbeiter zwischen Tabellen und Portalen hin und her und reagieren nur noch. Eine Lagerverwaltung in der Cloud sammelt alle Auftragsdaten an einer Stelle, gleicht den Bestand über alle Kanäle ab und erzeugt die Pickaufträge automatisch. Gerade in der E-Commerce Logistik, wo sich das Volumen von Woche zu Woche ändert, verkürzt das die Zeit vom Auftrag bis zum Versand.
Zu wenig Personal und lange Einarbeitung
Gute Lagermitarbeiter zu finden und zu halten ist schwer, und im Weihnachtsgeschäft kommen Aushilfen dazu, die das Lager nicht kennen. Wenn jeder Arbeitsschritt auf dem MDE-Gerät angezeigt wird, muss niemand den Ablauf auswendig lernen. Neue Mitarbeiter sind schneller produktiv, erfahrene Kollegen werden weniger mit Fragen unterbrochen, und es passieren weniger Fehler.
Steigende Kosten
Energie, Miete und Transport werden teurer. Weil jeder Scan und jede Buchung erfasst wird, sehen Sie die Kosten pro Auftrag, pro Artikel und pro Kunde. Damit lässt sich die Marge je Kanal berechnen, und Sie erkennen, welche Kunden oder Artikel Sie unter dem Strich Geld kosten.
Retouren
Im Onlinehandel kommt ein großer Teil der Ware zurück, in Deutschland nicht zuletzt wegen des Widerrufsrechts. Ein geführter Ablauf ordnet jede Rücksendung schon beim Wareneingang ein: einwandfrei und wieder verkaufbar, nacharbeiten oder entsorgen. So stimmt der Bestand, und Sie schreiben weniger Ware unnötig ab.
Fehlender Überblick
Der Bestand wird nach jedem Scan aktualisiert. Schichtleiter sehen auf einem Dashboard, was im Wareneingang wartet, welche Aufträge pickbereit sind und wann die Abholzeiten von DHL oder DPD erreicht sind. So setzen sie Prioritäten nach Fakten und verteilen die Arbeit dorthin, wo sie gerade gebraucht wird.
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Lagerprozesse optimieren: schneller kommissionieren und versenden
Nicht jeder Auftrag wird gleich gepickt. BizBloqs bietet Ihnen dafür drei Kommissioniermethoden, zwischen denen Sie je nach Auftragslage wählen.
- Große Mengen: BizBloqs sammelt die Aufträge eines Zeitfensters, zum Beispiel bis zur nächsten Abholung, und gibt sie gemeinsam zum Picken frei. Das nennt man Wellenkommissionierung.
- Viele kleine Onlinebestellungen: Ein Mitarbeiter nimmt mehrere Aufträge in einem Rundgang auf einem Wagen mit, und das MDE-Gerät zeigt ihm, welcher Artikel in welches Fach gehört. Das ist Cluster-Kommissionierung, eine Form der Batch-Kommissionierung.
- Große Lager: BizBloqs teilt das Lager in Bereiche auf, und mehrere Mitarbeiter picken parallel, jeder in seinem Bereich. Das heißt Zonenkommissionierung.
In allen drei Fällen ordnet BizBloqs die Picks so, dass die Laufwege kurz bleiben, und jeder Pick wird per Scan bestätigt. Ein falscher Artikel fällt dann am Regal auf und nicht erst beim Kunden.
Lageroptimierung ohne Anbau
Wo ein Artikel liegt, entscheidet über die Laufwege. BizBloqs wertet aus, wie oft jeder Artikel bestellt wird und wie schnell er umschlägt. Daraus sehen Sie, welche Artikel nah an den Packtisch gehören und welche nach hinten wandern können. Diese Lagerplatzoptimierung nach Umschlag nennt man Slotting-Analyse; was hinter Slotting steckt, erklärt unser Glossar. Kürzere Wege bedeuten mehr Aufträge pro Stunde, ohne dass Sie mehr Fläche brauchen.
Mitwachsen ohne eigenen Server
Eine Lagerverwaltung in der Cloud läuft in gesicherten Rechenzentren und wird automatisch aktualisiert. Ein neues Lager wird über Vorlagen eingerichtet, statt bei null anzufangen. In der Hochsaison steht mehr Rechenleistung zur Verfügung, in ruhigen Monaten weniger. Für Unternehmen mit mehreren Lagern und Kanälen ist das der Kern der Stufe KMU+.
Anbindung an Shop, ERP und Versand
Eine Lagerverwaltung entfaltet ihren Nutzen erst, wenn sie mit den anderen Systemen spricht. Über die ERP-Schnittstelle ist BizBloqs unter anderem mit SAP Business One und Business Central verbunden, auf der Shopseite mit Shopify, Magento 2 und WooCommerce. Versanddienstleister wie DHL und DPD erhalten die Sendungsdaten direkt. So läuft der Auftrag vom Shop bis zum Versandetikett, ohne dass jemand etwas abtippt.
So läuft eine Einführung in zwölf Wochen
Eine typische Einführung in der Cloud ist in Phasen aufgeteilt, damit der Betrieb weiterläuft:
- Woche 1–2: Bestandsaufnahme, Stammdaten bereinigen, Abläufe aufzeichnen
- Woche 3–4: System einrichten, Schnittstellen anbinden
- Woche 5–6: Tests mit den Anwendern, Schulung
- Woche 7–8: Pilot in einer Zone des Lagers
- Woche 9–10: Start im ganzen Lager
- Woche 11–12: Stabilisieren und Feinabstimmung
So digitalisieren Sie Schritt für Schritt, ohne dass ein Tag ausfällt.
Lagerkennzahlen, die Sie messen sollten
Ob sich die Umstellung lohnt, sehen Sie an wenigen Lagerkennzahlen. Legen Sie vor dem Start fest, wo Sie heute stehen:
- Bestandsgenauigkeit: Stimmt der Bestand im System mit dem Regal überein?
- Pickleistung: Wie viele Positionen schafft ein Mitarbeiter pro Stunde?
- Durchlaufzeit: Wie lange dauert es vom Auftragseingang bis zum Versand?
- Dock to Stock: Wie lange dauert es, bis Ware nach dem Wareneingang verfügbar ist?
- Versandfehler: Wie viele Sendungen sind falsch oder unvollständig?
- Flächennutzung: Wie gut nutzen Sie Ihre Lagerplätze?
Dazu kommt, was die Geschäftsführung braucht: verlässliche Kosten pro Auftrag und Kunde als Grundlage für Preise und Kundenvereinbarungen. Was das für Ihr Lager bedeuten kann, rechnen Sie mit dem ROI-Rechner durch.
Die Mitarbeiter mitnehmen
Ein neues System funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter es nutzen. Die Bildschirme auf dem MDE-Gerät sollten nach Aufgabe aufgebaut sein, mit einfacher, visueller Darstellung und einer Kurzanleitung. Schichtleiter verfolgen die Kennzahlen live und machen Fortschritte sichtbar. BizBloqs empfiehlt ein Begleitteam für die ersten zwei Wochen nach dem Start, das Fragen sofort klärt und den Mitarbeitern Sicherheit gibt.
Sicherheit und Nachweise
Achten Sie auf ISO-zertifiziertes Hosting, verschlüsselte Verbindungen, Zugriffsrechte nach Rolle und eine vollständige Protokollierung jeder Änderung. In regulierten Branchen wie Lebensmitteln oder Pharma muss das System Charge und Seriennummer von sich aus führen. Bei BizBloqs gehört die Chargenverwaltung zum Standard; welche Branchen Rückverfolgbarkeit Software zwingend brauchen, lesen Sie in unserer Übersicht.
Fünf Schritte, die sofort etwas bringen
- Wareneingang mobil erfassen. Ware wird beim Eingang gescannt und eingelagert, nichts bleibt liegen oder landet am falschen Platz.
- Cluster-Kommissionierung für kleine Aufträge. Schalten Sie sie in BizBloqs für Ihre Onlinebestellungen ein: mehrere Aufträge in einem Rundgang verkürzen die Laufwege.
- Inventur bei Abweichung. Gezählt wird laufend dort, wo etwas auffällt, statt das Lager für eine Stichtagsinventur zu schließen. Das nennt man permanente Inventur.
- Gewichtskontrolle am Packtisch. BizBloqs bindet die Waage am Packtisch an und erfasst das Gewicht beim Verpacken. Stimmt es nicht mit dem erwarteten Gewicht überein, wird das Paket geprüft, bevor es rausgeht.
- Einfache Lagerplatzregeln. Teilen Sie die Artikel nach Häufigkeit in A, B und C ein und legen Sie die A-Artikel nach vorn. Das ist die ABC-Analyse; die Slotting-Analyse in BizBloqs liefert Ihnen dafür die Zahlen.
Fazit: vorbereitet statt getrieben
Die Logistik bleibt unberechenbar. Mit einer Lagerverwaltung in der Cloud reagieren Sie schneller auf neue Kanäle, neue Partner und schwankende Mengen. Mitwachsen, Automatisierung und Überblick werden zu Ihrem Vorsprung, und Sie arbeiten vorausschauend, statt Probleme hinterherzuräumen.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
- Wie schnell sehen Sie heute, dass ein Artikel im Regal fehlt, den Ihr Shop noch als verfügbar anzeigt?
- Wie viele Tage braucht eine neue Aushilfe, bis sie ohne Hilfe richtig kommissioniert?
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