Willem ten Asbroek, CEO von BizBloqs · 28. Mai 2025
Über Kommissioniertechnik, Automatisierung und Bestandsführung wird viel gesprochen. Wo die Artikel eigentlich liegen, wird dagegen oft übersehen, obwohl es Tempo und Genauigkeit im Lager stark bestimmt. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie mit ABC Analyse und XYZ Analyse jedem Artikel den passenden Lagerplatz geben, und welche Fehler Sie dabei vermeiden.
Was heißt es, Lagerplätze gezielt zu vergeben?
Jeder Artikel bekommt den Lagerplatz, auf dem er am wenigsten Arbeit macht. Dafür schauen Sie sich an, wie oft ein Artikel gebraucht wird, wie groß und schwer er ist, ob er saisonal schwankt, wie empfindlich er ist und mit welchen anderen Artikeln er zusammen bestellt wird. Das nennt man Slotting.
Stellen Sie sich einen gut sortierten Supermarkt vor. Brot und Milch stehen nicht zufällig da, wo sie stehen. Im Lager ist das Ziel dasselbe: unnötige Wege vermeiden und jeden Griff schneller machen.
In einem gut belegten Lager laufen die Mitarbeiter in einer sinnvollen Reihenfolge durch die Gänge, es staut sich weniger, und die Aufträge werden schneller und mit weniger Fehlern kommissioniert. Das ist die Grundlage für saubere Abläufe, auch dort, wo Menschen und Automatisierung zusammenarbeiten.
Warum die Belegung der Lagerplätze heute wichtiger ist
Mehrere Entwicklungen kommen gleichzeitig zusammen:
- Immer mehr Artikel. Durch E-Commerce und breitere Sortimente im Handel wächst die Zahl der Artikelnummern. Ohne Ordnung wird das Lager unübersichtlich.
- Aufträge aus vielen Kanälen. B2B-Kunden, der eigene Shop und Marktplätze wie Amazon.de oder Otto stellen unterschiedliche Anforderungen. Die Omnichannel Logistik braucht bewegliche Abläufe bei der Kommissionierung.
- Zu wenig Personal. Der Fachkräftemangel Logistik zwingt dazu, Laufwege zu kürzen und neue Mitarbeiter schnell einzuarbeiten.
- Lieferung am selben oder nächsten Tag. Wer das verspricht, hat keinen Spielraum für Umwege im Lager.
- Druck auf Energie und Umwelt. Kürzere Wege und ein besser genutzter Raum verbrauchen weniger Energie.
Damit ist die Belegung der Lagerplätze keine interne Detailfrage mehr. Sie entscheidet mit darüber, ob Ihre Kunden pünktlich beliefert werden und ob sie Ihrer Marke vertrauen.
ABC Analyse im Lager: die wichtigsten Bausteine
Gutes Slotting beruht auf wenigen Bausteinen. Sie werden nicht einmal festgelegt, sondern laufend mit echten Daten aus dem Lager nachgeschärft.
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1. Nach Umschlag einteilen: die ABC Klassifizierung
Ein kleiner Teil der Artikel macht den größten Teil der Bewegungen aus. Das ist das Pareto-Prinzip. Diese Schnelldreher sind Ihre A-Artikel. Sie gehören auf die Plätze, die am leichtesten erreichbar sind: nah am Pickweg und an den Packplätzen. B-Artikel liegen dahinter, C-Artikel ganz hinten oder oben. Grundlage ist der Lagerumschlag je Artikel. Diese Einteilung nennt man ABC Analyse; sie verkürzt die Laufwege deutlich und erhöht die Zahl der Picks pro Stunde.
2. Was zusammen bestellt wird, liegt zusammen
Artikel, die oft im selben Auftrag stehen, sollten nah beieinander liegen. Das spart doppelte Wege und verkürzt die Kommissionierzeit, gerade bei großen Aufträgen mit vielen Positionen.
3. Größe, Gewicht und Handhabung
Schwere Artikel gehören nach unten, leichte nach oben. Der Bereich zwischen Hüfte und Schulter ist für die Artikel reserviert, die am häufigsten gegriffen werden; das nennt man Golden Zone. Das schont den Rücken und senkt das Verletzungsrisiko. Zerbrechliche Artikel brauchen eigene Plätze, an denen sie beim Kommissionieren nicht beschädigt werden.
4. Saison und Aktionen: die XYZ Analyse
Nachfrage ist nicht gleichmäßig. Manche Artikel laufen jede Woche gleich, andere schwanken stark, wieder andere werden nur ab und zu gebraucht. Diese Einteilung nennt man XYZ Analyse: X für stetig, Y für schwankend, Z für sporadisch. Zusammen mit der ABC Analyse ergibt sie die ABC XYZ Analyse. Vor der Hochsaison oder einer großen Aktion rücken die gefragten Geschenkartikel in die besten Lagerplätze, danach wieder zurück.
5. Passend zur Kommissionierung
Die Belegung muss zur Art passen, wie Sie kommissionieren. Bei der Wellenkommissionierung werden Aufträge in Wellen gebündelt, etwa für die Abholung durch DHL oder DPD. Bei der Zonenkommissionierung arbeiten mehrere Mitarbeiter parallel in ihren Bereichen. Bei der Batch-Kommissionierung werden gleiche Artikel für mehrere Aufträge auf einmal entnommen. Passt die Belegung nicht zur Methode, entstehen Engpässe und Verwirrung.
Was ein Lagerverwaltungssystem dazu beiträgt
Ein Lagerverwaltungssystem erfasst jede Bewegung per Barcode. Damit liefert es genau die Daten, die Sie für die ABC Analyse brauchen, und hält sie aktuell. Typische Werkzeuge sind:
- Auswertung der Bewegungen je Artikel in Echtzeit
- ABC- und XYZ-Einteilung, um Artikel nach Priorität zu ordnen
- Hinweise, wenn Pickwege ungünstig werden
- das Durchspielen neuer Belegungen, bevor Sie umlagern
So reagieren Sie früh, wenn sich das Kaufverhalten ändert oder in der Lieferkette etwas Unerwartetes passiert, statt erst dann, wenn die Laufwege schon zu lang sind.
Was Sie mit gut belegten Lagerplätzen gewinnen
- Schnellere Auftragsabwicklung. Kürzere Laufwege, vor allem in großen Lagern mit vielen Artikeln.
- Weniger Fehler. Eine logische, gleichbleibende Ordnung senkt Fehlgriffe und damit teure Retouren.
- Niedrigere Personalkosten. Weniger Schritte pro Auftrag heißt mehr Picks pro Stunde und weniger Belastung für die Mitarbeiter.
- Mehr Platz. Bessere Nutzung der Höhe und der Fläche verschiebt den Zeitpunkt, an dem Sie anbauen müssen.
- Beweglich bei Spitzen. Wer die Belegung regelmäßig anpasst, kommt mit Nachfragespitzen und Sortimentswechseln besser zurecht.
Das zahlt sich im Handel, im Großhandel Lager und in der E-Commerce Logistik direkt in Marge und Kundentreue aus.
Typische Fehler beim Slotting
- Ein Belegungsplan, der einmal gemacht und nie wieder angepasst wird
- Nur auf Vergangenheitszahlen schauen, ohne Trends und Saison
- Zu viele Ausnahmen, die das System unübersichtlich machen
- Die Erfahrung der Mitarbeiter auf der Fläche ignorieren
- Slotting getrennt von Kommissionierung und Nachschub planen
Am besten behandeln Sie die Belegung der Lagerplätze als laufende Verbesserung: Daten aus dem System plus die Erfahrung der Menschen, die jeden Tag im Lager arbeiten. Und vergessen Sie die C-Artikel nicht: Wer dort lange liegt, wird schnell zum Ladenhüter.
So hilft BizBloqs bei der Belegung der Lagerplätze
Für BizBloqs ist Slotting keine einmalige Aktion, sondern eine laufende Aufgabe. Die Slotting-Analyse von BizBloqs optimiert die Lagerplätze nach Umschlag: Sie zeigt, wie Ihre Artikel heute verteilt sind, welcher Artikel auf einem ungünstigen Lagerplatz liegt und wo sich ein Umlagern lohnt. Sie entscheiden, was umgezogen wird.
Dazu kommen automatische Slotting-Regeln. Sie legen einmal fest, nach welchen Kriterien ein Artikel seinen Lagerplatz bekommt, etwa nach Umschlag, Größe oder Gewicht, und BizBloqs wendet diese Regeln bei der Platzvergabe an. So bleibt die Ordnung im Lager erhalten, auch wenn neue Artikel dazukommen.
Die Kommissionierung passt dazu. BizBloqs unterstützt Wellenkommissionierung, Zonenkommissionierung und Cluster-Kommissionierung, bei der ein Mitarbeiter mehrere Aufträge in einem Rundgang auf einem Wagen sammelt. So stimmen Lagerplatz und Pickmethode zusammen.
Kleine Verbesserungen reichen. Slotting muss nicht perfekt sein, sondern laufend besser werden. Viele kleine Gewinne ergeben bei vielen Aufträgen am Tag einen großen Unterschied. Das gilt für ein einzelnes Lager genauso wie für mehrere Standorte mit KMU+ oder ein Netz von Lagern mit Enterprise.
Fazit
Die Belegung der Lagerplätze ist ein unterschätzter Hebel. Sie wirkt auf jeden Teil des Lagers: Personaleinsatz, Genauigkeit, Durchsatz und Kundenzufriedenheit. Mit ABC Analyse, XYZ Analyse und einem Lagerverwaltungssystem, das die Daten dafür liefert, wächst die Ordnung im Lager mit Ihrem Geschäft, und Ihr Team schafft mehr mit weniger Aufwand. Im Ablauf des Lagers steht das Slotting zwischen Einlagerung und Nachschub.
Zwei Fragen zu Ihren eigenen Lagerplätzen
- Liegen Ihre zehn meistverkauften Artikel heute auf den Plätzen, die dem Packplatz am nächsten sind?
- Wann wurde die Belegung Ihrer Lagerplätze zuletzt an die aktuelle Nachfrage angepasst?
Was kürzere Laufwege in Ihrem Lager wert sind, können Sie mit dem ROI-Rechner anhand Ihrer eigenen Zahlen abschätzen.
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